Aromen der Lombardei
04
Jul

Aromen der Lombardei

Die Lombardei befindet sich im Norden und grenzt an die Schweiz, das Piemont, Venetien, Trentino-Südtirol und südlich an die Emilia-Romagna. Ein Drittel der Exportprodukte Italiens stammen aus dieser Region mit dem höchsten Pro-Kopf-Einkommen des Landes und mit einer außergewöhnlichen Landschaft, wo das Kontinentalklima vorherrscht. Wir finden Berge im Norden vor, deren Höhen gen Süden langsam in Hügel und letztlich in Flachland übergehen. Die Region des Voralpenlandes ist von großen Gletscherseen geprägt. Beispielsweise befinden sich dort der Lago Maggiore, Lago di Lugano, Iseosee, Idrosee und der Gardasee – der größte Italiens. Sie ist somit ein Flussgebiet, reich an Wasser für den Anbau.

Die Lombardei erhält ihren Namen des germanischen Volkes der Langobarden, die keinen bedeutenden Einfluss auf die Bräuche in dieser Region hatten, aber im Wappen die Krone hinterließen. Außer den Langobarden haben Etrusker, Österreicher, Spanier und Franzosen dieses Gebiet bevölkert, und deren Traditionen spiegeln sich auf unterschiedliche Weise noch in der Küche dieser Region wider. Mailand, Hauptstadt der Lombardei, hat einen vorherrschenden Einfluss auf die Küche der Region. Diese Stadt wurde vom König des Heiligen Römischen Reichs, Friedrich I., bekannt als Barbarossa, im Jahr 1162 vernichtet. Mit dem Wideraufbau Mailands ereignete sich eine der Episoden, die später am stärksten die Landschaft und folglich auch die Küche der Lombardei beeinflusste: Die Mailänder beließen es nicht nur beim Wiederaufbau der gesamten Stadt, sondern schritten zur Tat und begannen mit dem Entwurf und Bau ihres Bewässerungssystems, dem Kanal Naviglio Grande. Es wurden stehende Gewässer einiger Gebiete umgeleitet und Sumpfgebiete entleert, um die trockeneren Gebiete zu bewässern. Diese Bauarbeiten wurden nach 278 Jahren abgeschlossen und hinterließen schließlich befahrbare Kanäle, durch die der Warentransport abseits der Gefahren, die auf den Wegen aufgrund der vielzähligen Räuber lauerten, ermöglicht wurde.

Dank des neuen Bewässerungssystems konnten in dieser Region in den Tälern von Lomellina Reis angebaut und zwischen Pavia und dem Piemont große Weideflächen zur Schafs- und Rinderzucht angelegt werden. Folglich finden wir hier gutes Fleisch und eine beneidenswerte Molkereiwirtschaft vor: Aus der Lombardei stammen der Gorgonzola, der Grana Padano, der Mascarpone (Grundzutat für unsere Pizza Mascarpone sowie der Speck aus Trentino-Südtirol), der Taleggio, der Branzi oder der Robila, um nur einige der bekanntesten von ihnen zu nennen. Durch den Reisanbau sind die Bewohner dieser Region zu großen Liebhabern des Risotto geworden. Im Risotto alla Milanese ist sogar der spanische Einfluss durch den Safran zu bemerken; allerdings denken wir, dass es übertrieben ist, ihn als einen direkten Nachfahren der Paella zu erachten, wie es einige Autoren bekunden. Doch die Risotti sind Gerichte, die beim Familienessen am Wochenende nicht fehlen dürfen. Sie können mit fast allen Zutaten kombiniert werden – von Pilzen oder Gemüse bis hin zu Fisch und Meeresfrüchten. Der österreichische Einfluss erscheint in diesem Gericht als Wiener Schnitzel – das typische Mailänder Kotelett, auf Italienisch: cotoletta.

 

 

Man kann nicht allgemein von einer langobardischen Küche sprechen, da die Kommunikation zwischen den verschiedenen Bevölkerungen wie auch in anderen nördlichen Regionen durch die schroffe Landschaft beeinträchtigt wurde und die eigenen Traditionen somit nicht zu den Nachbarn durchdrangen. Aus diesem Grund bestehen große Unterschiede zwischen den kulinarischen Traditionen unter den Provinzen der Region: Bergamo hat venezianischen Einfluss; Mantua, durch die Herrschaft der Gonzaga, hat eine äußerst aristokratische kulinarische Tradition mit Einflüssen aus der Emilia-Romagna; Veltlin bietet eine proteinreiche Bergküche, deren Rezepte mit den typischen Ressourcen dieser Landschaft zubereitet werden, einschließlich des Wilds. Was alle Provinzen dieser Region jedoch gemeinsam haben, ist die Verwendung von Butter, Fett und Sahne in ihren Rezepten. Die Langobarden, welche das Klima mit ihren germanischen Vorfahren teilen (und somit auch ihren Energiebedarf), haben ihren guten Appetit sowie ihre üppigen Gerichte geerbt, um den kalten und langen Winter zu überstehen. Sobald wir die Höhenlage verlassen und gen Tal herabsteigen, ändert sich die Kost, und wechselt von proteinhaltiger zu kohlehydratreicher Nahrung, unter der sich unzählige regionale Spezialitäten befinden, die mit Produkten der Region zubereitet werden. Was am meisten in der langobardischen Küche vermisst wird, ist die Verwendung von Fisch. Nichtsdestotrotz befindet sich in Mailand der beste Großhandelsmarkt für Fisch Italiens, und wir empfehlen, dort die auf Fisch und Meeresfrüchte spezialisierten Restaurants zu besuchen, auch wenn dies rein gar nicht der regionalen kulinarischen Tradition entspricht.

Stückweise erkunden wir jede einzelne Provinz der Region und sehen, dass es viel zu erzählen gibt! Wir können es kaum erwarten, mit Ihnen die Reise zu teilen …

45.4790671, 9.8452433

Lombardía

Die Lombardei ist die bevölkerungsreichste Region und die mit dem höchsten Pro-Kopf-Einkommen Italiens. Ihre Hauptstadt ist Mailand, und sie grenzt im Norden an die Schweiz (Kanton Tessin und Kanton Graubünden), im Westen an das Piemont und im Osten an Venetien und Trentino-Südtirol und im Süden an die Emilia-Romagna.

Stadt: 9.909.348 hab.

Fläche: 23.863 kmª

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