Genua – die Tür zum Meer
04
Jul

Genua – die Tür zum Meer

Genua wurde im 4. Jahrhundert v. Chr. als römischer Hafen gegründet. Ihr Name stammt vom Lateinischen und bedeutet „Türen“. Und genau das Wort „Türen“ beschreibt ihre Geschichte: Türen, die sich ständig öffnen, um neuen Kulturen, Bewohnern, Dörfern, Imperien und Eroberungen Einlass zu gewähren.

Seit ihren Anfängen kämpften Dörfer von überall her um ihre Ländereien. In den Jahren des Frühmittelalters wurde die Stadt vielzählige Male angegriffen, doch nach jahrhundertelanger konstanter Belagerung markierte der Einmarsch der Sarazenen 935 einen Neuanfang und führte zu einem bedeutenden Aufstand.

Der Widerstand der Genuesen war so stark und unvermittelt, dass sich Genua Ende des ersten Jahrtausends in eine unabhängige Stadt und eine Supermacht auf dem Meer verwandelt hatte. Die Hafenstadt erlebte im Spätmittelalter ihre Blütezeit. Genua wuchs stetig an, bis sie zu einer Finanzmacht Europas wurde und einen der wichtigsten Handelshäfen des Mittelmeers beherbergte und somit gegen Pisa und Venedig konkurrierte. Sie wurde schließlich zur Hauptstadt der Ligurischen Republik ernannt. Bei einem Spaziergang durch ihre Straßen können Sie noch heute ihre Pracht spüren, die die größte und am besten erhaltene mittelalterliche Stadt Europas erreichte. Die romanischen Gebäude, barocken und gotischen Kirchen sowie die atemberaubenden Paläste im Renaissancestil ihrer labyrinthischen Altstadt sind in einem einwandfreien Zustand erhalten. Man beachte nur die Anzahl von Festungen auf den umgebenden Anhöhen, um den Zeitraum dieser Stadt zwischen dem 11. und 15. Jahrhundert nachzuvollziehen. Doch Genua verschuldet ihre Größe zweifellos ihrem Hafen. Und wie denn auch nicht, ist ihre Küche einzigartig, was den Produkten, die nahezu aus allen Winkeln Asiens und Europas gebracht wurden, zu verdanken ist.

In Genua wurde schon immer eine hohe Zuwanderungsbevölkerung gemessen, und die Stadt zeigte sich für fremde Einflüsse stets offen, was sich auch in ihren Rezepten widerspiegelt. Diese Stadt – reich an kulturellen Kontrasten – hat ihre Geschichte in den Rezepten der regionalen Küche niedergeschrieben. Die traditionellsten genuesischen Gerichte entstanden mit viel Liebe und hauptsächlich mit viel Geduld. Und wer ist für die Rezepte, die wir heute kennen, verantwortlich? Die Frauen der genuesischen Seefahrer, die mit viel Hingabe und sehr aufwändigen Gerichten ihre Ehemänner bei ihrer Heimkehr nach langen Schifffahrten überraschen wollten. Dabei griffen sie auf Gemüse und frische Produkte zurück, die die Seemänner so sehr auf ihren Reisen vermissten. Wenn es jedoch ein genuesisches Rezept gibt, das sämtliche Grenzen überquert hat, ist es zweifellos „il pesto alla genovese“. Diese bekannte Soße hat ihren Ursprung im Mittelalter, und heute kann man sie fast überall auf der Welt verkosten. Sie passt perfekt zu jeder Pasta sowie zu typischen Gerichten, wie der Sopa minestrone, den bekannten „Trofie“ oder den traditionellen Spaghettis „Le Trenette“. Die Zutaten sowie die Zubereitung dieser weitbekannten Soße könnten nicht simpler sein: Basilikum, Knoblauch, sardischer Pecorino-Käse und Olivenöl. Das Rezept diente anfänglich zur Konservierung von Basilikum, eines der in der Region reichlich vorhandenen Kräuter, das schnell vertrocknet. Heutzutage wird es den einen oder anderen geben, der der Ansicht ist, man könne die Soße nicht mit Parmesan zubereiten, doch damals war es schier unmöglich, die Gebirgskette von Parma zu überqueren. Genua und Sardinien jedoch hatten aufgrund des Seehandels eine sehr gute Anbindung, was dazu führte, dass letztendlich der Pecorino das ligurische Rezept ergänzte. Das wahre Geheimnis für einen köstlichen Pesto liegt aber in der verwendeten Menge jeder Zutat. In der Provinz Savonas wurde eine kleine Änderung eingeführt und Pinienkerne zum Pesto hinzugefügt. Er kann auch mit Nüssen zubereitet werden, und in Nervi wird beispielsweise zum Schluss Sahne hinzugegeben, in Recco Quarkkäse und in Südfrankreich gibt es sogar eine ähnliche Soße namens „Pistou“. Der Pesto wird allen Geschmäckern recht – und jedes kleine

Dorf an der genuesischen Küste bietet uns seine eigene Variante. Eine weitere Besonderheit ist der Name Pesto an sich, der von „Pestelleo“ stammt: ein Holzstößel, mit dem die Zutaten in einem Marmormörser zerstampft wurden, um die Konsistenz der Soße und das Basilikumaroma zu erhalten. Heutzutage werden größtenteils elektrische Zerkleinerer dafür verwendet.

Genua beherbergt zweifellos viele der klassischen Aromen der italienischen Küche. Weiter geht's nun über Ligurien nach Savona und Imperia.

44.4056499, 8.9462559999999

Genova

Genua ist die sechstbevölkerungsreichste Stadt Italiens. Im letzten Jahrhundert wuchs die Stadt um 25 Gemeinden an der Küste und in den Tälern an; gegenwärtig ist sie in 25 Wahlbezirke und 71 Stadteinheiten aufgeteilt.

Stadt: 604.848 hab.

Fläche: 243.56 kmª

Datei