Imperia und Savona – Geschichte zweier Städte
04
Jul

Imperia und Savona – Geschichte zweier Städte

Imperia und Savona bieten eine beeindruckende Landschaft. In Imperia können wir die bekannte „Riviera dei Fiori“ bestaunen, wo im Frühjahr Blumen die Täler und Berge bedecken. Der Ausblick in Savona ist mit ihren reizvollen Küstendörfchen, Tälern, Wäldern und Stränden mit kristallklarem Wasser nicht weniger beeindruckend.

Die Region Imperia zeichnet sich durch ihre beiden kulturellen Eigenheiten aus: Die gleichnamige Hauptstadt der Provinz entstand aus der Union zwischen den beiden historisch verfeindeten Dörfern Oneglia und Porto Maurizio. Beim Spazieren durch ihre Straßen kann man deutlich die beiden Persönlichkeiten, auf denen sie beruht, vernehmen. Der Fluss Imperia, welcher der neuen Stadt den Namen verlieh, trennt zwei sehr unterschiedliche Ufer: das des Porto Maurizios zeigt eine ältere Stadt mit einer großen mittelalterlichen Altstadt und das Oneglias eine viel modernere Stadt. Savona ist auch eine Region, die im Laufe ihrer Geschichte jegliche Art von Krieg, Plünderungen und Invasionen erlebte. Karthager, Römer, Langobarden, Ostgoten und Byzantiner haben über die Jahrhunderte ihre fruchtbaren Ländereien erobert. Doch Savona geriet 1528 schließlich unter die Herrschaft ihres historischen Feindes: des genuesischen Reichs. Diese Anti-Genua-Haltung ist bis heute noch zu spüren.

Die reichhaltige Gastronomie von Imperia und Savona hätte es nie ohne ihre wichtigen Häfen gegeben. Die Gastronomie Imperias ist aufgrund der historischen Teilung der Provinz und der arabischen und französischen Einflüsse sehr vielfältig. Die Küche Savonas mischt Meeresfrüchte mit Bodenerzeugnissen. In beiden Regionen wird von Kräutern, Hülsenfrüchten und selbstverständlich vom ausgezeichneten lokalen Olivenöl besonders viel Gebrauch gemacht.

Imperia ist für ihre Pasta, Weine (Vermentino, Pigato, Rossese …) sowie den Vessalico-Knoblauch bekannt, der aufgrund seiner einzigartigen rosa Pigmentierung besonders und sehr beliebt ist; für den Honig des Tals Val Roia, der aufgrund seiner duftenden Aromen sehr geschätzt wird; sowie für die berühmten Taggiasca-Oliven, die die Hauptzutat der lokalen Gerichte sind. Savona ist bekannt für ihre Aprikosen, Artischocken, Zucchini, Pilze, Kastanien, Weißweine (Lumassina, Buzzetto, Granaccia …), die violetten Spargel aus Albenga, die „Cicciarelli“ aus Noli, die Ochsenherztomaten „Cuore di Bue“ sowie die Orangen „Chinotto“, die von Kaufleuten im 15. Jahrhundert aus China gebracht wurden und für die Zubereitung von Likör, Erfrischungsgetränken, kandierten Früchten, Marmelade und Senf verwendet werden. Beide Regionen bereiten ihre eigene lokale Soße zu: in Imperia die „Ajé“, die mit Vessalico-Knoblauch, Ei, Olivenöl zubereitet wird und sehr der spanischen Alioli-Soße ähnelt. In Savona wird die Pasta mit „Sugo di Carciofi“, einer in dieser Region sehr beliebten Artischockensoße, serviert.

Die Focaccia Ligure ist gemeinsam mit dem Pesto eines der bekanntesten Rezepte. Die Focaccia Liguri aus Imperia hat dank des lokalen Olivenöls einen unverwechselbaren Geschmack. Das Brot wurde in dieser Region über Nacht hergestellt, wobei der Teig bis zum nächsten Tag ruhte und dann im Ofen gebacken wurde und anschließend – meistens von den aufbrechenden Seemännern – direkt mitgenommen werden konnte; deshalb auch die beträchtliche Vielfalt, die wir in der Region vorfinden. Da es sich hierbei nicht um ein Gebiet handelt, in dem Getreide angebaut wird, wird das Brot mit „Farinate“ (Kichererbsen) oder „Ciappe“ (Bohnen) hergestellt. Allen gemeinsam ist jedoch, dass sie eine großzügige Portion Olivenöl enthalten. Ein weiteres Rezept ist das Triora-Brot – eine Mischung aus Weichweizen- und Buchweizenmehl, einem besonders proteinhaltigen und glutenfreien Mehl. Dieses Brot mit solch köstlicher Konsistenz wird mit Quarkkäse aus Schafmilch oder Ziegenkäse serviert. Die lokalen Käsesorten sind auch sehr bekannt: Der „Sola“ oder „Sora“ ist ein bekannter gereifter Ziegenkäse. Der berühmte „Pecorino“ ist ein harter Ziegenkäse sowie eine Hauptzutat für die Zubereitung von Pesto. Er wird im Valle Arroscia hergestellt. Dort wird auch der „Brùsso“ produziert, ein quarkkäse-ähnlicher Schafkäse. Diesen ist man frisch mit Olivenöl und in der „Torta di Brùsso“, einer Art Käsekuchen. Der Käse „Toma di Mendatica“ besteht aus Kuh- und Schafmilch und wird für die Zubereitung des berühmten Kartoffelkuchens „Frandurà“ verwendet.

Um das Essen mit etwas Süßem abzurunden, probieren wir die „Sciumette“: mit Zucker geschlagenes Eiweiß, in siedender Milch oder „Amaretto di Gavenola“ gekocht und mit kleinen runden Keksen aus Mandeln und Honig serviert. Uns fällt keine bessere Süßspeise für die Winternachmittage ein. Aus Savona wählen wir die „Torta di Nocciole“ aus Nüssen und Mehl sowie die „Frittelle di San Giuseppe“, eine Art gefüllter Beignets, die zum Vatertag zubereitet werden. Dieser Tag wird wie in Spanien am Josefstag gefeiert.

Nachdem wir nun die Süßspeisen gekostet haben, brechen wir zur letzten Provinz dieser Region auf: La Spezia

43.941866, 7.8286368

Imperia

Imperia entstand durch die Union zweier antiker Städte: Porto Maurizio und Oneglia, durch den Fluss Impero (= Reich) getrennt, der der Stadt ihren Namen verleiht. Durch die starke Präsenz von Obstunternehmen bekannt und mit einem durch den Tourismus geprägten Stadtbild, das insbesondere in der Sommersaison zunimmt, hinterlässt diese Industrie der Stadt bedeutende finanzielle Ressourcen.

Stadt: 40.440 hab.

Fläche: 45,26 kmª

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