La Spezia – Kräuter und Gewürze
04
Jul

La Spezia – Kräuter und Gewürze

La Spezia bedeutet „Gewürz“ auf Italienisch. Folglich kann man leicht erahnen, dass die Stadt ihren Namen wegen der Mengen an Gewürzen erhielt, die seit dem Mittelalter ihren Hafen erreichten. Hier befindet sich eine der schönsten Buchten Italiens sowie das einzige Archipel Liguriens. Wenn Sie ihre Küste mit glasklarem Wasser entlangfahren, entdecken Sie kleine Dörfer mit bunten Fassaden, Klippen, Täler und Berge. Diese Landschaft bildet einen solch wunderschönen Ausblick, dass Sie kurz innehalten und alles aufnehmen müssen, da es unecht erscheinen mag.

Dies ist der Fall von Cinque Terre, die zum UNESCO-Welterbe erklärt wurden. Sie können die beeindruckende Landschaft bei einem schönen Spaziergang an der Küste entdecken, wozu Sie nicht mehr als einen Tag benötigen werden. Die fünf Dörfer, die diesen besonderen Ort bilden, sind: Monterosso, Vernazza, Corniglia, Manarola und Riomaggiore. Der Golf von La Spezia ist auch als „Golfo dei poeti“ (Golf der Dichter) bekannt. Dieser Ort diente nämlich jahrhundertelang als Inspiration für Schriftsteller und Dichter.

Die Provinz La Spezia hat seit der Vorzeit bis heute unzählige Zivilisationen erlebt. Der Hauptgrund für das hohe Interesse, diese Region zu kontrollieren, ist abermals der Hafen der Stadt, der sich in einer strategischen Lage befindet, um die italienischen Ländereien zu verteidigen. Napoleon sagte bereits, er sei der beste Hafen der Welt, und heute ist La Spezia gemeinsam mit dem Hafen Genua der bedeutendste Marinestützpunkt Italiens. Wir sind uns bereits der Bedeutung der Häfen in der ligurischen Region bewusst, doch an dieser Stelle möchten wir gerne daran erinnern, dass aufgrund der Geografie der Region der leichteste und von den Kaufleuten und Reisenden meistverwendetste Zufahrtsweg das Meer war. Dank ihrer Positionierung wurde der Seehandel des Mittelmeers historisch von den Häfen Liguriens aus kontrolliert. Aus diesem wenig überraschenden Grund besitzt La Spezia dank der eintreffenden Produkte aus anderen Ländern und Kulturen eine solch reichhaltige und vielfältige Küche mit ausländischen Einflüssen.

Die Ligurier sind bescheidene und fleißige, großartige Kaufleute, jedoch mit schlichten Bräuchen; sie haben sich unter ihren Landsleuten den Ruf erworben, sparsam und sogar geizig zu sein. Abgesehen vom Gewürzhandel, der der Stadt ihren Namen verlieh, waren sie nie bereit, sie in ihren Gerichten aufzunehmen. In dieser Küche überwiegen frische Kräuter und lokale Produkte. Eines der Spitzengerichte von La Spezia ist die „Mesciùa“, was im Dialekt „Mischung“ bedeutet; sie wird mit Getreide und Hülsenfrüchten zubereitet. Laut den Überlieferungen gingen die Frauen der Hafenarbeiter zum Hafen, als die mit Säcken aus Hülsenfrüchten und Getreide beladenen und Boote eintrafen, und sammelten die Körner auf, die während des Warentransports auf den Boden fielen, um dann mit dieser unbedeutend kleinen Beute diese Suppe zuzubereiten. Heute, wo die Zeiten der Hungersnot und Knappheit vergangen sind, wird die Mesciùa auf unterschiedliche Weise zubereitet: Einige Zutaten enthalten Meeresfrüchte und Fisch, doch ihre wesentlichen Zutaten sind Weizen, Bohnen, Kichererbsen und gelegentlich Buchweizen, frisch gemahlener Pfeffer und Olivenöl aus der Gegend. Im Grunde genommen bedienten sie sich der Zutaten, die zur Hand waren. Wir haben jedoch nur wenige so köstliche und sättigende Eintöpfe wie diesen gefunden.

Wir bleiben noch in Ligurien, und La Spezia hat selbstverständlich ihre eigene Variante der Focaccia; hier wird das lokale Rezept „Gizzoa“ genannt. Sie wird auf der Grundlage von Wurst zubereitet und ist herzhafter als anderen mit Gemüse zubereiteten Rezepte, und sie erinnert uns an die galicische Empanada. Und endlich ein wenig Pasta! Trofie ist die lokale Pastaspezialität, und wird, wie zu erwarten ist, mit Pesto serviert. Erneut tritt wegen des Mangels an Weizen das Kichererbsenmehl auf; hier wird damit die „Farinata“ zubereitet, ein Gericht aus Kichererbsenmehl, das später auch im Piemont und in der Toskana an Beliebtheit gewann. Dieses Rezept ist dank der italienischen Auswanderer bis nach Südamerika vorgedrungen. In Argentinien und Uruguay gibt es verschiedene Varianten davon. Dort wird es mit Pizza und einem Gläschen Muskatwein serviert.

Auch die Weine der Region genießen eine hohe Anerkennung, insbesondere der Colli di Luni und die der Colline de Levanto, die selbstverständlich ideal zu den regionalen Gerichten passen. Der berühmte Sciacchetrà der Cinque Terre mit kontrollierter Herkunftsbezeichnung hat einen goldgelben Schimmer, ein intensives und nachhaltiges Aroma und im Abgang einen nachhaltigen Geschmack nach Aprikose, Trockenfrüchten und Akazienhonig. Dieser Wein passt ideal zu scharfem Käse und als Likör zu Keksen und Gebäck, wie die „Gattafin“. Hierbei handelt es sich um ein frittiertes Kräutergebäck.

Nach unserem Besuch konnten wir feststellen, dass es sich nicht nur wegen ihrer beeindruckenden Landschaft lohnt, dorthin zu reisen, sondern auch wegen der Aromen La Spezias. Und hier endet nun unsere Reise durch Ligurien.

44.1024504, 9.8240826

La Spezia, Liguria

La Spezia (auf Italienisch: Provincia della Spezia) ist eine Provinz der Region Ligurien in Italien. Die Hauptstadt ist die gleichnamige Stadt La Spezia.

Stadt: 215.137 hab.

Fläche: 881 kmª

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